Verwirrt, gekränkt und doch wieder glücklich
Dass eine unscheinbare Sms
aus dem Internet es in sich haben kann, durfte ich gestern am eigenen Leib
spüren.
Sowas hab ich echt noch nie
miterlebt… und ich hatte auch noch nie solche Verlustängste.
„Es ich besser wenn wir uns
erstmal nicht sehen. Die Gründe nenn ich dir später. Nur nicht jetzt. Ich melde
mich wieder bei dir. [Absender]“
Hab ich irgendwas verpasst?
Alles… aber wirklich alles,
was ich in den letzten Stunden gesagt und getan hatte, spielte sich noch mal
vor meinen Augen ab, während ich auf der Arbeit saß und eigentlich 100% hätte
geben müssen. Doch… NIX! Absolut gar nichts ist mir eingefallen. Ich habe weder
einen dummen Spruch von mir gegeben, noch habe ich sonst i.was getan, was dich
zu so einer Entscheidung hätte bringen können. Ich war total ratlos und hab die
Welt nicht mehr verstanden… und vor mir: Unzählige Kunden, die von mir ein
strahlendes Lächeln, eine nette Begrüßung und eine zufrieden stellende
Bedienung erwarteten. Wie ich es gemeistert habe.. ich weiß es nicht.
Wahrscheinlich war’s die Routine, die mich nicht alles hat vermasseln lassen.
Als ich diese Sms bekommen hatte, hatte ich noch ganze zwei Stunden Arbeit vor
mir… viel zu lange, um nicht zusammen zu brechen oder lauthals los zu flennen.
Ich wollte weg. Dieses gekünstelte Lächeln ablegen und die übertriebene
Freundlichkeit und mich einfach nur verkriechen. Einfach alles links liegen und
meinen Tränen freien Lauf lassen. Ich
war so gekränkt und durcheinander… ich konnte einfach nicht begreifen, warum du
so was schreibst…
Und dann endlich… 22 Uhr.
Feierabend! Doch ich hab mich nicht wirklich gefreut. Am Nachmittag hattest du
mir noch gesagt, dass du mich abholst - wie eigentlich jeden Abend. Wir wären
zu dir gefahren und hätten uns noch einen kurzen aber wunderschönen Abend
gemacht. Doch nun...
Ich war mir sicher, dass du
nicht draußen auf mich warten würdest. Warum auch? Immerhin hattest du mir
eindeutig mitgeteilt, dass wir uns erstmal nicht sehen…
Auf dem Weg zur Umkleide
spürte ich aufeinmal wieder diesen Kloß im Hals. Mir wurde warm und ich musste mich
zusammenreißen nicht loszuweinen….
Und als ich draußen war….
Ja, da warst du!
Ich dachte erst es wäre ein
schlechter Scherz. So.. als würdest du mir noch zusätzlich einen reinwürgen
wollen und schauen, wie dreckig es mir geht.
Aber dann wiederum dachte
ich mir, dass du so was niemals machen würdest. Und das du nach wie vor keinen
Grund hast mir so was zu texten.
Also bin ich in dein Auto
gestiegen. Du warst wirklich wie immer. Hast mich angelächelt und geküsst und
als ich dann meinte, dass ich überhaupt nicht mit dir gerechnet hatte, wurdest
du stutzig. Ich hab dir die Sms gezeigt und… dir ist absolut alles aus dem
Gesicht gefallen. Ich war nur froh, dass du zuvor angehalten hattest und sie
nicht während der Fahrt gelesen hast. Du warst komplett fassungslos und hast
dich die ganze Fahrt über so ein asoziales Verhalten aufgeregt und hast dich
gefragt, wer so ein großes Problem mit mir, dir oder der Verbindung zwischen
uns hat.
Jetztendlich sind wir zu
keinem Ergebnis gekommen… Niemand von deiner Seite, der mich nicht mag, hat
meine Handynummer. Zudem wüsste ich auch nicht, wer großartig etwas gegen mich
hätte. Von deinen Freunden sicherlich keiner. Und von meiner Seite… Ich kann’s
mir einfach nicht erklären…
Ich bin nur froh, dass du es
nicht warst!!! ..und wir unseren kurzen Abend noch schön gestalten konnten!
<3
