ewiger single

29.10.2006 um 18:07 Uhr

Des Pudels Kern

Stimmung: So lala

Bin gestern doch nicht ausgegangen, trotz mehrerer Überredungsversuche seitens meiner Freunde. Aber wenn ich mal keine Lust habe, dann ist es halt so. Das können meine Freunde natürlich nicht verstehen "Mensch, so lernst du nie einen neuen Mann kennen". Wie wahr, aber nö, ich HABE KEINE LUST! Die Ausrede: Wetter sagt mir nicht zu, u. hej, da hat Petrus sogar mitgezogen, denn es schüttete wie aus Kübeln, vom Hurrikan-ähnlichem Wind ganz zu schweigen. Da hatten dann selbst meine Freunde keine Lust mehr, 100 km weit zu fahren, um in einer überfüllten Kneipe nach freien Sitzplätzen Ausschau zu halten. Seit knapp 4 J. arbeite ich nämlich in Polen u. wohne sozusagen in der tiefsten Pampa dieses Landes. Landschaftlich natürlich wunderbar anzuschauen, Flora u. Fauna, soweit das Auge reicht. Dafür liegen die "Vergnügungsmeilen" allerdings wirklich sehr, seeehr weit weg von meinem Wohn- u. Arbeitsort. Also blieben wir dann bei mir. Gut, dass mein Kühlschrank u. Alkoholvorrat auf diese ungeplanten Besuche vorbereitet ist. Es ist dann doch noch ein netter Abend geworden, auch ohne Kennenlernen neuer Männer. Gegen 3 h früh verließen uns dann unsere Kräfte, u. nach dem recht mageren Frühstück (wir haben dann doch wohl zu viel getrunken), verabschiedeten sich meine Freunde von mir, mit der "Drohung", mich nächsten Sa. auf jeden Fall aus dem Haus zu "zerren". Nun ja, ist ja noch genug Zeit, bis dahin fällt mir sicher wieder eine neue Ausrede ein ;-)

Natürlich wurde an diesem Abend mal wieder mein seltsames Verhalten gegenüber neuen Männern angesprochen. Meinen Freunden ist leider nicht verborgen geblieben, dass ich mir seit einiger Zeit jeden neuen "Kandidaten" ausgiebig schlecht rede. Tja, seltsames Verhalten hin o. her, nur eine Lösung ließ sich partout nicht finden. Doch zum Psychiater??? Habe ich etwas eine Aversion gegen Männer entwickelt? Bin ich lesbisch u. weiß es etwa nicht? Nee, weder Aversion noch bin ich ´ne Lesbe, dafür macht mir der Sex mit Männern einfach viel zu viel Spaß. Aber was ist es denn dann? Einerseits sehne ich mich nach einer festen Beziehung, andererseits sagt mir einfach kein Kerl zu. Irgendwas kann ja nicht stimmen. Meine eigenen analytischen Versuche ergaben folgendes: Männer fürs Bett JA, Männer für eine feste Beziehung NEIN, u. zwar aus Gründen, die nicht bei jedem Verständnis auslösen. Ich beobachte schon seit Jahren die Beziehungen u. Ehen meiner Freunde. Zum größten Teil musste ich feststellen, dass die polnischen Beziehungen u. Ehen doch einen Tick anders funktionieren, als die meiner Freunde in Deutschland. Hier der Vergleich (wobei Vorsicht geboten ist, dies sind nur MEINE Erfahrungswerte, dies könnte man bestimmt auch in allen anderen Ländern beobachten): mein polnischer Freundeskreis - Frauen u. Männer zwischen 24 u. 39 J., bis auf ein Pärchen, sind alle anderen VERHEIRATET u. haben o. planen Kinder. Weggehen, ALLEINE mit den verheirateten Frauen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das wird strikt untersagt vom Ehemann, mit der Androhung "Dann brauchst du nicht mehr nach Hause zu kommen", oder "Dann werde ich ab heute ebenfalls mit meinen Kumpels um die Häuser ziehen". Ja HALLO!? Wo leben wir denn? Ich wollte die Frauen mit Sicherheit nicht zum "Vögeln mit fremden Männern einladen", sondern zu einem netten Frauenabend in einer gemütlichen Kneipe. Aber NEIN, seit knapp vier Jahren scheitern meine Versuche ausnahmslos. Natürlich gehen wir trotzdem weg ... mit dem Ehemann zusammen, wie schöööön! Vor ein paar Monaten lud ich meine Arbeitskollegin u. Freundin Agnes, 29 J. (verheiratet seit fast sieben Jahren, Kind 6 J. alt) zu einem Wo-ende auf einer Wellness-Farm ein (gesponsert von unserer Firma, ist doch nett). Sie musste aber erstmal ihren Ehemann fragen, ob sie d a r f. Oh, daraufhin wollte ich schon alleine fahren, denn es vergingen drei Tage, in denen sie sich ihre Frage zusammenbastelte, bis sie ihn endlich darauf angesprochen hat. Ich muss ja gestehen, dass ich das nur zu albern u. nervig fand, u. ihr sagte, sie solle sich doch einfach mal ein Kopftuch aufsetzen u. auch das Arbeiten sein lassen, dann hätte er sie komplett unter Kontrolle. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Er "erlaubte" ihr, dass Wo-ende mit mir zusammen wegzufahren, wie nobel von ihm. Da musste es doch einen Haken geben, dachte ich mir. Wenn sie doch gut drei Tage brauchte, ihn nach seiner ERLAUBNIS zu fragen, weil sie ANGST hatte, er könnte ihr wer-weiß-was an den Kopf werfen, dann wird er sie doch nicht so einfach ziehen lassen. Und was soll ich sagen, es war auch nicht einfach. Christoph "recherchierte" nämlich im Internet herum, wie so ein Wellness-Wo-ende aussieht, u. wann es anfängt. “ Normalerweise geht so was doch von Freitag bis Sonntag, warum wollt ihr also schon am Donnerstag da anreisen?" Man, warum wohl!? Um einen Tag länger zu relaxen, NUR DARUM. Mit unglaubwürdigem Stirnrunzeln durften wir dann fahren, aber nicht ohne täglich ein obligatorisches Telefongespräch zu führen, ob ich seine Frau nicht doch an irgendeinen Kerl verschachert hätte. - Und dann darf ich mir von diesen Frauen anhören "Heirate bloß nicht!!!". Da bleibt einem die Spucke weg.

Mein deutscher Freundeskreis - Frauen u. Männer zw. 22 u. 33 J., vier Paare sind verheiratet u. drei davon haben in diesem Jahr Kinder bekommen. Dann noch zwei Solo-Frauen u. ein Solo-Mann. Drei der Verheirateten führen zur Zeit ein recht eingeschränktes Leben, wegen der Kinder. ´Habe ich auch vollstes Verständnis dafür, nur geht mir das "Gebrabbel" mancher von ihnen einfach nur noch auf den Geist. Ich liebe Kinder, habe selbst zwei niedliche Patenkinder (2 u. 3 J. alt), mit denen ich häufig alleine, ohne Mami u. Papi etwas unternehme, aber manchmal ist eben SCHLUSS, wenn ich zum x-ten Mal unterbrochen werde beim Sprechen, weil Mami kurz mal dem Baby was sagen muss, weil es sich auf ihrem Arm sooo einsam u. verlassen vorkommt. "Ja, wo ist denn der kleine Jonas, ja wo ist denn der kleine Jonas?", u. das dann in einer Wiederholungsschleife. Sorry, das ist too much für mich. Komisch, dass Cari u. André  so ganz u. gar nicht am Rad drehen wegen ihres Kindes. Meine Freundin bewundere ich um diese Disziplin, sich nicht vollkommen von dem Kleinen den Tag einschränken zu lassen. Sie geht weiter zur Schule (der Kleine ist in der Krippe), hat noch eine riesige Baustelle zu Hause u. ist sogar noch zwei Tage vor ihrer Entbindung auf einem Depeche-Mode Konzert gewesen. Hut ab, das ist für mich die Mutter des Jahres. Sie vernachlässigt ihr Kind nicht, falls das jemand denken sollte, nein, sie weiß halt, dass auch niedliche Babys ihren Willen schon gaaanz früh durchsetzen können. Also werden kleine Wutanfälle einfach mal ignoriert, u. es hilft, Tom entwickelt sich prächtig. Er ist jetzt 9 Monate alt u. einfach nur zum Knuddeln. Babysprache á la Teletubbies habe ich bei ihr, zum Glück, noch nicht gehört. Sie kommt mich auch ab u. zu mal alleine in Polen besuchen. Setzt sich in den nächsten Flieger u. lässt Mann u. Kind mal für zwei Tage alleine, ohne sich ständig am Telefon sitzend zu fragen, ob beide noch leben. Und sie überleben es jedes Mal. Warum nur, schaffen es die anderen nicht, sich mal etwas lockerer mit dem Thema "Kind" zu beschäftigen?                            Beim Thema Weggehen müsste ich ebenfalls zwischen den Pärchen differenzieren. Cari u. Isa  "dürfen bzw. können" dann wann sie wollen, Eva u. Saskia dagegen gehen nur äußerst selten ohne ihre Männer weg. Nicht, dass ich etwas gegen Andi u. Neil hätte, Gott bewahre, es sind genauso meine Freunde. Nur gibt es halt auch mal Themen, die ich nicht gerne vor ihnen ausbreiten möchte, auch möchte ich nicht, dass sie uns zum Einkaufen begleiten u. dabei zusehen, welche Dessous ich mir gerade aussuche. Das muss doch nicht sein! Aber gegen das "WIR" komme ich wohl nicht immer gut an. Tja, wenn ich mir also ständig so ein Hin. u. Her anschauen muss, dann ergreife ich die Flucht, u. will nur noch alleine sein. Ich will mein Leben nicht einschränken lassen. Kein Mann dieser Welt wird mir jemals etwas "verbieten"!

Ich glaube, dass es des Pudels Kern ist. Anders könnte ich mir mein seltsames Verhalten nicht erklären.

28.10.2006 um 18:48 Uhr

Und ewig sollst du solo bleiben!

Da sitze ich nun u. bedauere mich selbst. Mit einigen Unterbrechungen bin ich nun schon seit knapp vier Jahren solo. Im Prinzip hat mich das nie gestört, denn in dieser Zeit habe ich viele tolle Männer kennengelernt, aber mittlerweile habe ich es satt alleine zu sein, bzw. mich durch die Betten zu hüpfen. Ich möchte endlich wieder eine richtige Beziehung führen. Außerdem denke ich, dass ich mit 31 J. langsam aber sicher ein geregeltes Leben führen sollte, oder?

Noch vor ein paar Monaten wäre ich nicht im Traum auf diesen Gedanken gekommen. Warum auch. Ich habe alle Freiheiten, um die mich meine verheirateten Freunde immer wieder beneiden, u. trotzdem schlafe ich seit einiger Zeit immer so schlecht. Ständig arbeitet mein Gehirn auf hochtouren. Nur diesmal ist es nicht die Arbeit, um die sich all meine Gedanken drehen, sondern um mein Liebesleben. Ich stelle mir plötzlich die Frage, warum ich immer noch ein Single bin. Ich habe in den vier Jahren nun wirklich einige tolle Männer kennengelernt (leider endeten einige Versuche, eine Beziehung anzufangen in einer bitteren Enttäuschung, so dass ich danach sehr vorsichtig war mit meiner Männerwahl). Und trotzdem gerate ich immer wieder an die Falschen. Entweder sind es die Verheirateten, die klammheimlich ihren Ehering ausziehen, um bei mir zu landen, oder es sind Männer, die schon in einer Beziehung stecken, aber immer noch den Markt "abchecken", wer weiß, vielleicht läuft da ja noch irgendwo ein scharfes Häschen herum, das sie gegen ihre momentane Freundin eintauschen können. Von Letzteren muss man wirklich auf der Hut sein, davon gibt es nämlich jede Menge. Seit einiger Zeit gehe ich nur noch selten aus, weil ich auf diese ganze Doppelmoral einfach keine Lust mehr habe. Außerdem habe ich gemerkt, u. das ist noch viel schlimmer, dass sich meine Ansprüche dermaßen hochgeschraubt haben, dass ich mir den passenden Mann wohl erst backen müsste, damit er mir zusagt. Ich habe mich doch tatsächlich mehrmals dabei ertappt, wie ich mir jeden neuen Mann selbst schlecht rede. Ja, ich suche geradezu nach Fehlern bei ihm. Sobald ich nur die kleinste Kleinigkeit gefunden habe (letztes Mal waren es seine Augen, er verdrehte sie meines Erachtens nach immer im falschen Moment, u. mit so einem Tick kann ich doch natürlich nicht leben, NEIN!), bastle ich mir eine perfekte Ausrede dafür, ihn dann doch nicht mehr weiter kennenlernen zu wollen. Ich sollte wohl zum Psychiater, werden einige von euch sagen, vielleicht stimmt das auch. Aber meine Arbeitskollegin, die noch länger solo ist als ich, meint auch, dass sie mit der Zeit immer wählerischer wird, u. ich mir darüber mal keinen Kopf machen sollte, oder doch? Kann das noch größere Ausmaße annehmen? Was kommt als nächstes? Passt mir der Vorname nicht, fällt er durch mein recht merkwürdiges Raster? Oh HELP!Â