Tagebuch des kleinen Nils

Jun 22, 2011 at 11:33 o\clock

immer noch dieses ecklige Jucken

Mittlerweile behandeln wir meine Haut schon 6 Wochen und nach der zwischenzeitlichen Besserung haben wir momentan eher mit Verschlechterungen zu kämpfen. Das zerrt an unseren Nerven, weil wir doch alle so gehofft haben, dass der Spuk bald vorueber ist. Mama war schon kurz davor, die Behandlung abzubrechen. Sie hat aber dann doch noch einmal mit der Frau Schmölzer telefoniert und die hat nun gemeint, dass eine Heilung noch etwas dauern kann. Von der Impfung steckt ja doch noch einiges in meinem Körper. Tja, so gehen eben die Tage dahin und die Hoffnung stirbt zuletzt. Jeden Tag in der Frueh schauen wir gespannt ob es nicht doch schon etwas besser geworden ist und Rueckfälle sind dann etwas niederschmetternd.

Unsere Reise nach Malta zu Gillians und Flos Hochzeit mussten wir leider auch aus diesem Grund absagen. Dafuer planen wir aber nun im Sommer eine Woche nach Kroatien ans Meer zu fahren. Wir werden dort Nedo, Marina und die Kinder besuchen. Das wird sicher toll. Quadratmeterweise Sand - stell dir das mal vor!! 

Momentan stehen wir in den Startschuhen fuer einen längeren Besuch in Schweden. Sobald der Zustand meiner Haut also so einigermassen stabil ist gehts los. Papa sehnt sich schon nach einem Besuch in seiner alten und bis vor kurzem noch unser aller Heimat - unserem guten alten gemuetlichen Schweden. Wien ist da ja schon um einiges stressiger und Mama fuehlt sich immer noch nicht so richtig wohl hier. In Vöcklabruck wirds dann hoffentlich wieder so fein ... oder ja eigentlich noch um vieles besser - eigenes Haus und Garten - das ist ja unser Traum!!

In der Zwischenzeit bin ich ein ziemlicher Klettermax geworden. Ich komme mit grosser Sicherheit so ziemlich ueberall rauf und wieder runter - Stiegen, Mamas und Papas Bett, meinen Schaukelelch etc. eingeschlossen.

Meine grosse Leidenschaft sind momentan Schluessel. Wenn ich dann endlich einmal einen bekomme, begebe ich mich sofort zu unserem Rauchfangdeckel in der Wohnung und stecke in in die Öffnung. Das ist ja leider das einzige Loch in unserer Wohnung, das ich auch schon erreiche. Oft muss ich mich dann ziemlich ärgern, wenn er nicht richtig reinpasst. Ja - Ärgern kann man sich ja ueber so einiges in letzter Zeit - wenn Mama mit mir beim Fenster rausschaut und ich der Muellabfuhr zuschauen kann und die dann nach einiger Zeit einfach wieder abfährt; wenn ich Mamas Telefon nicht bekomme; wenn Mama und Papa auf der Slackline herumbalancieren und ich das irgendwie noch nicht so hinbekomme ... Mama meint dann immer dass das nicht hilft, wenn ich protestiere und ganz rot im Gesicht werde. Aber versuchen tu ichs trotzdem, wer weiss ...

Ich habe wie immer viel zu erzählen und plappere den lieben langen Tag. Neue Wörter in meinem Wortschatz sind 'heiss' und eigentlich schon seit langer Zeit 'Du Du'. Ich weiss eigentlich sehr genau, was ich nicht darf und sag dann selber schon immer vorsorglich 'Du Du' und zeige mit dem Finger, so wie Mama das eben immer so schön macht. Tja - diese Wörter habe ich eindeutig von Mama, denn die sage ich auf Deutsch.

Telefonieren ist fuer so eine kleine Quasseltante wie mich natuerlich auch interessant - sei es ueber Skype nach Schweden oder am Telefon nach Moosham. Nun verschlägt es mir nicht mehr gleich die Sprache, wenn ich von der anderen Seite eine Stimmer höre. Anstatt nur mit offenem Mund zu lauschen, plappere ich jetzt fleissig mit. Ich habe ja eine Menge aus meinem spannenden Leben zu erzählen.

Jun 3, 2011 at 16:01 o\clock

ein Jahr alt

uiuiui ... das ist ja schon eine Zeit her, dass wir meine neuesten Errungenschaften dokumentiert haben. In letzter Zeit waren wir viel unterwegs - einmal in Schweden und immer wieder mal in Oberösterreich, wo meine Eltern jetzt endlich ein Haus gekauft haben. Wir können unseren Umzug kaum erwarten. Ab Herbst werden wir also in einem Haus in Vöcklabruck wohnen und endlich unseren eigenen Garten haben. Wir freuen uns alle unheimlich drauf. Endlich kann ich dann im Garten Sand spielen. Das ist zu meiner grossen Leidenschaft geworden. Ich bin ja kaum im Haus zu halten - immer wieder rutsche ich Mama mit meiner Kappe in der Hand nach und versuche sie zum Rausgehen zu ueberreden. Am liebsten wuerde ich den lieben langen Tag draussen herumturnen.

Meine zweite Leidenschaft sind Buecher, vor allem Wimmelbuecher ... mit denen rutsche ich auch jedem nach, der mir grad in den Weg kommt.

Ausser am Hintern rutschen habe ich jetzt aber noch andere Fortbewegungsarten. Ich fahre zum Beispiel mit meinem Wagerl durch die Wohnung und sammle Sachen auf der Ladefläche. Ich stehe auch immer sicherer und länger ohne Stuetze. Sogar das Aufstehen hat schon das eine oder andere Mal ohne Stuetze funktioniert.

Auch mein Wortschatz hat Zuwachs bekommen. Ich habe mich dazu entschieden, fuer den Anfang einmal Schwedisch zu reden. 'Mam(m)a' und 'Pap(p)a' sind ja eh international aber 'titta' (schau) ist schon auf Schwedisch schöner und dieses Wort lässt sich ja so gut anweden. Man braucht nur mit dem Finger herumzuzeigen und begeistert titta zu sagen. 'Tack' (danke) kuerze ich schon lange mit 'Daaaa' ab, zur Katze sage ich auf Schwedisch 'kise', der Hund heisst 'wu wu' und die Kuh 'Muh'. Die Uhr heisst 'Ti Ta'. Ich versuche mittlerweile auch zu wiederholen, wenn mir jemand etwas vorsagt und sogar Melodien versuche ich nachzusingen.

Wenn ich einen Vogel sehe, fange ich begeistert zu schnattern an und von meinem Hochstuhl habe ich den besten Aussichtsposten. Am gegenueberliegenden Hausdach sind fast immer Tauben und meinen Adleraugen entgeht nichts. Am meisten begeistert es mich aber, wenn sie direkt auf unserem Fensterbrett oder am Balkongitter landen.

In Moosham besuchen wir regelmässig Sigi und seinen kleinen Zoo - ich könnte dort stundenlang bleiben. Der Sigi hat sogar schon einmal ein Bussi von mir bekommen. Das kriegen nur die Leute, die ich besonders gern habe. Angefangen habe ich einmal mit einem schuechternen Bussi auf Mamas Mund in der Frueh beim Aufstehen. Jetzt bekommt sie das öfter, weil sie da dann immer so schön strahlt oder sich eben den Mund abwischt.

Ach ja - und ob ihr es glaubt oder nicht, ich bin ja jetzt schon ueber ein Jahr alt. Mein Geburtstag wurde natuerlich gebuehrend gefeiert. Da es Mama in letzter Zeit nicht so gut ging, haben wir eine groessere Feier dann doch wieder abgeblasen aber Oma und Opa sind nach Wien gekommen und zur Feier des Tages durfte ich auch an meiner Torte mitnaschen. Das Wichtigste ist aber, dass ich seit meinem Geburtstag einen Sandhaufen besitze, der momentan noch bei meinen Grosseltern im Garten steht.

Obwohl es mir keiner speziell vorgezeigt hat, weiss ich dass meine Spielzeugautos in der Wohnung herumgefahren werden muessen und auch Motorengeräusch gehört natuerlich dazu. Auch alles Technische, wie Handys, Fernbedienungen, etc. zieht mich in seinen Bann.

Vor ein paar Wochen bin ich zum dritten Mal geimpft worden und meine Haut hat sich wieder voll verschlechtert, nachdem wir das Jucken mit den Salzbädern nun einigermassen in den Griff bekommen hatten. Mama ist mittlerweile davon ueberzeugt, dass das ein Impfschaden ist und ärgert sich, dass sie ihr diese fruehen Impfungen in Schweden so eingeredet haben, obwohl sie der ganzen Sache eher kritisch gegenuebergestanden ist. Wir waren aber bei einer Frau, die sich das ganze angesehen hat und gemeint hat, dass wir das in 2-3 Wochen wegbekommen. Nun darf ich nicht mehr alles essen, vor allem kein Huehnerweiss und keine rohen Äpfel. Zusätzlich bekomme ich etwas Stutenmilch, werde eingeschmiert und jeden Abend gebadet - dagegen habe ich gar nichts. Am Anfang ist es nur noch schlimmer geworden. Nun nach 2 Wochen haben wir schön langsam das Gefuehl, dass es besser wird. Es juckt aber immer noch furchtbar und ich kratze mich immer wieder auf. 

Ausserdem darf ich nun am Abend wieder bei Mama trinken, bis es mir dann wieder besser geht. Mhmm - das mag ich und dafuer schlafe ich jetzt die ganze Nacht durch. Um 8 gehe ich schlafen und zwischen 7 und 8 am nächsten Morgen werde ich dann normalerweise munter.

Mar 24, 2011 at 13:52 o\clock

und wieder eine Krankheit ueberstanden

Dieses Mal war es der Durchfall, der mich geplagt hat. Angefangen hat es damit, dass ich ueberhaupt nichts trinken wollte und meine Ausscheidung nicht mehr so gut zu kontrollieren war wie sonst. Denn das meiste landet ja mittlerweile unter normalen Umständen im Topf und es kann schon einmal vorkommen, dass ich Panik bekomme, wenn der nicht in der Nähe ist und ich meine Windel benutzen muss. Während meiner Krankheit habe ich die Windel dann wieder of widerwillig benutzt und geschlafen habe ich auch so viel, dass ich Mama schon richtig gefehlt habe. Am Tag nach meiner Trinkverweigerung sah ich dann ziemlich schlecht aus, meine Augen waren eingefallen und meine Energie und der Appetit total verschwunden. Nach einem weiteren Tag wollte Mama da nicht mehr zusehen. Sie hat in der Apotheke fuer mich eine suesse Lösung zum Trinken und Darmbakterien besorgt, die sie mir am Anfang löffelweise geben musste, mir aber mit der Zeit doch so geschmeckt haben, dass ich sie ohne aufzumucken getrunken habe und dann hat sich mein Zustand nach drei Tagen wieder gebessert und nun bin ich wieder der alte kleine, zufriedene Weltenentdecker.

Ich liebe es in Gesellschaft von anderen zu sein - mit anderen Kindern teile ich gerne Spielsachen und zeige alles, was ich finden kann her, erwarte mir dann aber schon, dass ich das Hergeborgte wieder bald zurueckbekomme. In der Strassenbahn und im Park winke ich allen zu und freue mich riesig ueber Reaktionen. Viele winken mir ganz begeistert zurueck, es kommt aber auch schon mal vor, dass mich wer anjodelt und mich in begeistertes Quietschen und Strahlen versetzt.

Seit ein paar Tagen habe ich mich mit Hilfe von Mama und Papa wieder daran erinnert, dass ich mich ja vom Ruecken auf den Bauch drehen kann und von der Bauchlage kann ich mich nun aufsetzen. Die hilflose Käferstellung in Rueckenlage ist also Schnee von gestern. Das muss natuerlich immer und ueberall geuebt werden, damit das nicht mehr in Vergessenheit gerät ... auch beim Windelwechseln, Schlafengehen etc., was Mama als eher kontraproduktiv empfindet.

Beim Essen probiere ich nun auch schon fleissig, falls es Löffelessen gibt, mir das selber in den Mund zu löffeln. Fingerfood bemeistere ich ja schon seit einer ganzen Weile und mit ein bisschen Unterstuetzung bekomme ich nun auch schon den Brei in mich hinein und Essen wird damit noch einmal lustiger! 

Mein Aktionsradius wird nachdem er in der Breite nur mehr durch Stufen und Tueren eingeschränkt wird nun auch immer höher ... Sachenverräumaktion Nr. 2 darf beginnen. Die interessantesten Dinge (nämlich die, die ich nicht haben darf) am Couchtisch, im Buecherregal, auf der Couch etc. werden wohl bald ein neues zu Hause finden :(

Ich kann auch schon die Griffe von Omas Laden herunterschrauben. Dass das kein Zufall war zeugt davon, dass ich das gleich mit 4en davon gemacht habe. Danach hab ich sie dann in einer der Laden, natuerlich ohne Griff, versteckt, damit sie auch ja nicht so leicht zu finden sind.

Also - seid auf der Hut ... sobald es auffallend leise wird, kann man fuer nichts mehr garantieren ;)

Feb 28, 2011 at 17:18 o\clock

getauft

Am Wochenende war Besuch da - meine Verwandten aus Schweden und ich habe mich sehr darueber gefreut. Ich bin ja so gerne unter Menschen und geniesse es, wenn sich alles um mich dreht und das geschieht auch meistens, vor allem am Samstag. Da wurde ich getauft. Am Nachmittag waren wir in der Kirche. Dort wurde gesungen und eine sehr nette Pfarrerin hat ueber mich geredet und auch sonst haben fast alle aus der Familie etwas gelesen und mich mit guten Wuenschen ueberhäuft. Ich habe die Feier wirklich genossen, habe bei den Liedern mitgewippt und allen gewinkt und vor Freude gestrahlt. Dann haben sie Wasser auf meinen Kopf gegeben und alle haben dann ein Kreuzzeichen auf meine Stirn gemacht, was mich natuerlich auch sehr gefreut hat. Im Anschluss an die Feier sind wir nach Weigensam in die Mostschenke gefahren, wo Kaffee getrunken wurde und Kuchen gegessen. Ich bekam einen Hirsebrei und Apfel-Marillen-Mus, was mir auch vorzueglich geschmeckt hat. Danach durfte ich Geschenke auspacken. Von meinem Gedi habe ich einen Gingko-Baum bekommen, der zusammen mit mir gross werden soll ... jetzt muessen wir nur noch ein Haus mit Garten finden, damit auch er ein zu Hause bekommt. Der Vorteil mit meiner späten Taufe war, dass ich den Tag viel mehr geniessen konnte als als kleiner Wurm, der ich im Sommer noch war, wo ich eigentlich getauft werden hätte sollen, aber es nicht möglich war, die ganze Familie zu versammeln ... und, dass ich bei der Jause in Weigensam auch schon mitessen konnte. Ich habe mein erstes Erdöpfikas-Brot sehr genossen, wie momentan ueberhaupt alles, was essbar ist. Alle staunen ueber meinen Appetit. Mama vermutet, dass ich wohl den ganzen Tag essen könnte, wenn sie mir etwas anbieten wuerde. Es kommt schon mal vor, dass ich zum Fruehstueck 2 Streichwurstbrote und eine Orange esse oder zum Mittagessen etwas Fisch und 5 (!) kleine Kartoffeln. Mhmm - mhmmm tönt es dann, wenn ich vor meiner Portion sitze und genuesslich mit den Fingern Essen in meinen Mund stopfe.

Seit wir hier in Wien sind, haben Mama und Papa aufgehört, Sachen in Schachteln zu stopfen. Dafuer mache ich das jetzt um so lieber. Ich sortiere und sortiere und habe dabei auch gelernt, wie es sich einhändig rutscht, denn die Sachen muessen ja schliesslich auch transportiert werden.

In den letzten Wochen sind in meinem Zahnfleisch 4 Zähne durchgekommen ... Die im Oberkiefer haben eh schon seit 2 Monaten durgeblitzt und weh getan. Aber das dauert, bis die einmal wirklich draussen sind. Und in der Warterei auf diese 2 Beisserchen haben wir ganz uebersehen, dass sich in der Zwischenzeit im Unterkiefer auch einer herausgeschlichen hat. Nun habe ich also 4 Zähne heraussen - einen im Oberkiefer und 3 im Unterkiefer und bis die nächsten 2 heraussen sind (der 2. im Oberkiefer und der nächste im Unterkiefer) kann es ja nun wirklich nicht mehr allzu lange dauern.

Feb 7, 2011 at 21:34 o\clock

Vienna calling

Seit fuenf Tagen wohnen wir jetzt in Wien und ich finde das äusserst spannend. Liebend gern rutsche ich durch die Wohnung und untersuche alles genauestens. Auch eine Waschmaschine haben wir und in der dreht sich manchmal alles so lustig. 

Ich habe jetzt mein eigenes grosses Zimmer in dem ich von Anfang an super geschlafen habe. Mama hätte ja eher fuer einen sanften Uebergang plädiert und mein Bett fuer den Anfang noch in ihrem Zimmer aufgestellt, aber Papa hat durchgegriffen und er hat recht gehabt. Ich schlafe gerne ungestört in meinem eigenen Zimmer und wenn ich jemanden brauche sag ichs eh.

Zwei Mal waren wir schon bei IKEA und statt dem geplanten Gästebett haben wir jetzt eine grosse Matratze auf dem Boden meines Zimmers. Das ist jetzt meine gemuetliche Spieleecke und wenn wer zu Besuch kommt schläft sichs dort auch gut. Ein paar Möbel muessen Mama und Papa noch zusammenschrauben und sonst fehlen auch noch ein paar Kleinigkeitn - ich fuehle mich aber jetzt schon pudelwohl hier.  

Gestern haben wir Simon besucht. Er hat seinen ersten Geburtstag gefeiert und eine Menge Leute eingeladen. Ich war der Kleinste von allen und wurde im Kampf um die Spielsachen schon in meine erste Schlägerei verwickelt. Auf meiner Wange habe ich einen ziemlichen Kratzer abgekriegt und da musste ich natuerlich schon ein bisschen schrein! Das Leben in Wien ist wohl etwas härter - Oscar und Noah hätten sowas wohl nicht mit mir gemacht. Wie auch immer - der Schmerz war schnell vergessen und dann wurde fleissig weitergespielt und die Wunde auf meiner Wange wird man in ein paar Tagen schon gar nicht mehr sehn.

Am Wochenende haben wir in der Badewanne in Salzwasser gebadet - das ist ein weiterer Versuch gegen meine Neurodermitis ... mal sehen ob das auf die Dauer hilft. Ein paar Mal werden wir es wohl noch probieren muessen.