In Gedenken
In Gedenken
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Eigentlich ist weiterhin alles, so wie immer. Aber auch wirklich nur eigentlich.
Am 28.04. ist mein Stiefvater gestorben. Er hatte Leberzirrhose, und ich wusste bereits, dass er im Krankenhaus war. Doch am Samstag bevor er starb, ging es ihm eigentlich schon besser, und er konnte sogar wieder aufstehen.
Als ich am Mittwoch in der Schule war, dem 30.04., bekam ich jedoch eine SMS von meiner Mutter. Sie bat mich, sich schnell bei ihr zu melden. In der Pause rief ich sie an, und konnte erst gar nicht verstehen, dass es Real war. Sie erzählte mir, dass er am Montag ganz plötzlich gestorben war. Sie hatte es erfahren, als sie ihn besuchen wollte.
Zuerst rief ich meinen Freund an, und bin dann zu meiner Mutter gefahren.
Ich hatte es nur langsam verstanden. Als ich auf dem Weg war, und im Bus war, musste ich die Tränen ziemlich zurückhalten.
Eigentlich hatte ich mich nie so besonders gut mit ihm verstanden. Aber als ich von dem Tod erfahren hatte, tat es trotzdem weh. Meine Mutter und er waren 9 Jahre ein Paar. Und sie haben noch zwei kleine Kinder zusammen. Die kleinen sind jetzt Halbwaise.
Ursprünglich hatten meine Mutter und er vor, zu heiraten. Mein Stiefvater wollte, dass meine Familie abgesichert ist, wenn ihm mal etwas passiert. Und dann musste er jedoch ins Krankenhaus und dabei stand der Termin schon fest.
Ich hatte noch nie Erfahrungen damit gemacht, dass jemand stirbt, den ich kannte. Es kam so plötzlich und unerwartet, so schnell, dass ich noch immer nicht weiß, wie ich am besten damit umgehe. Ich für meinen Teil leide nicht darunter. Nur die Beerdigung war noch sehr, sehr schwer. Besonders schmerzt es jedoch, meine Mutter so traurig zu sehen. Sie ist eine starke Frau, die ja trotz allem nicht aufgibt, doch ich kann mir gut vorstellen, wie einsam sie sich besonders nachts fühlen muss. Sie hat immerhin den Mann, den sie heiraten wollte, verloren.
Zudem tut es mir so schrecklich leid für die kleinen. Ich habe meinen Vater noch, und auch wenn ich ihn nur selten sehe, weiß ich, dass er da ist.
Aber meine Halbgeschwister werden sich, wenn überhaupt, später nur sehr vage an ihren Vater erinnern. Und wenn ich die beiden sehe, will ich gar nicht daran denken, wie schwer es später für sie sein wird. Ich will ja selbst nicht dran denken, wie es für mich wäre, meinen Vater vielleicht nie gekannt zu haben.
Auch mein Bruder war schrecklich traurig darüber. Auch er hatte sich eine zeit lang, wie ich, kaum mit ihm verstanden, aber wir kannten ihn ja trotzdem seit fast 10 Jahren, und er hatte schon viel für uns getan. Wir haben bei ihm gewohnt, gegessen und auch wenn mal ein Fahrrad geklaut wurde, hat er uns neue besorgt.
Inzwischen grübele ich nicht mehr darüber, doch trotzdem merke ich, wenn ich meine Mutter besuche, wie schwer es für alle ist. Und das allein kann schon manchmal sehr traurig machen.
Das ganze hatte mich schon ab und an abgelenkt und aus der Bahn geworfen.
Inzwischen liegt das alles wieder hinter mir, und ich lebe normal weiter.






