Going North

May 6, 2009 at 00:07 o\clock

die Wueste und der Urlaubsausklang

eine Wanderung durch die Wueste - kann ich nach meinen Erfahrungen jetzt nur empfehlen und versteh jetzt umso besser, warum ich das unbedingt machen wollte. Ich wuerds gleich wieder machen. 4 Tage sind wir marschiert. Wenn ich noch mal gehe, dann sicher länger.

Wir sind in einer kleinen Karawane losgezogen, unser Guide, der Kameltreiber, 2 Kamele und wir 2. Die Kamele haben wir mit allem beladen, was man in vier Tagen so braucht, Essen, Wasser, Zelt, Gaskocher. Die Richtung: immer geradeaus - ab und zu (2-3 Mal am Tag) haben wir uns ein paar Grad gedreht und dann gings wieder einfach nur gerade dahin. Nach einem einfachen Fruehstueck gings los und an der Veränderung des Schattens konnte man sehen, wie die Zeit vergeht - wenn der am Anfang laaange Schatten fast gar nicht mehr zu sehen ist, ist es Zeit fuer die ausfuerhliche Mittagspause. Dazu muss man dann einmal einen Baum suchen, was unter anderem eine Stunde dauern kann und da ist man dann wirklich froh, wenn man sich nach 3-4 Stunden Marsch im Schatten ausstrecken kann. Während wir Siesta hatten und Tee tranken, haben unsere beiden Begleiter (nicht die Kamele natuerlich ;) ) ein Menue fuer uns gezaubert. Nach dem Essen konnten dann alle rasten und wir noch ein bisschen länger, bis die Kamele wieder gefunden wurden. Die können, auch wenn man ihnen die Beine zusammenbindet in diesen Stunden ganz schön weit gelaufen sein. Dann wenn es am heissesten ist, gehts wieder los - noch einmal an die 3 - 3,5 Stunden - die Schatten werden wieder länger und dann wenn das Licht in der Wueste am schönsten ist und der Sand von der untergehenden Sonne strahlt, ist es Zeit das Nachtlager aufzubauen. Wir ruhen uns wieder aus, trinken Tee und werden bekocht. Langsam wird es dunkel und am Himmel sind schon die ersten Sterne zu sehen. Erstens strahlen sie am Wuestenhimmel um einiges heller und zweitens sieht man sicher 10 mal mehr, wenn es dann Nacht ist ... WAU!

Sandsturm: ja, der darf natuerlich auch nicht fehlen. Wir hatten gleich in der ersten Nacht das Vergnuegen. Da haben wir noch in einem Berberzelt geschlafen, dass im Prinzip aus Decken und Holzstangen besteht. Die Decken sind fuer den feinen Sand kein Hindernis und wir sind davon aufgewacht, dass wir Sand im Mund und eigentlich genau ueberall hatten. Der Sand ist einfach nur so niedergerieselt. Mit einem Tuch um das Gesicht gebunden, sind wir schnell wieder eingeschlafen. Am nächsten Morgen war im Zelt alles von einer ebenmässigen Sandschicht ueberdeckt.

unendliche Weite: zuerst geht man stundenlang durch Duenen, dann wieder Stunden ueber Geroellebenen, alles scheint so endlos. Man geht einfach so dahin - einmal eine halbe Stunde in Richtung Wasserstelle - die ist ausgetrocknet - also suchen wir eine andere - man sieht sie schon von der Ferne - trotzdem dauert es fast eine Stunde bis wir dann wirklich dort sind. Dort treffen wir eine Frau, die gerade Wäsche wäscht, weit und breit kein Zelt ... einmal treffen wir auf ein Zelt - die Frauen dort bieten uns frisch gemolkene Ziegenmilch an - am Horizont sieht man Wasser und eine Menge an Bäumen - Fata Morgana ... man hört nur unsere Schritte, Insekten, ... jeder Laut scheint in der Stille verstärkt zu werden. In meinem Kopf ist es einmal so richtig angenehm leer, kein Gedankengewirr,  ich kann mich nur auf die Natur um mich herum konzentrieren ....

Na - Appetit bekommen??

den Rest der Reise erzähl ich vielleicht ein ander Mal. Das wird dann weniger philosphisch ;)

Jetzt ab ins Bett mit mir!

Dani


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