Going North

Jun 9, 2008 at 19:45 o\clock

Radltour

letztes Wochenende war hier in Schweden also ein verlängertes Wochenende. Der 6. Juni ist Nationalfeiertag. Tja, Petra, wenn du hier wohnen würdest, hättest du immer den Tag nach deinem Geburtstag frei zum Ausschlafen ;)

Wir haben eine drei-tägige Radtour geplant. Aus der wurde dann eine 2-tägige, weil Benny in der Firma eine Nachtschicht und eine Feiertagsschicht einlegen musste. Für mich wurde dann ein entspannender Tag mit am-Meer-entlang-Laufen in der Früh (das geht sich seit ich arbeite und Schwedisch lerne eh viel zu selten aus) und auf Stumholmen in der Sonne liegen und lesen daraus -> gar nicht zu verübeln!

Am Samstag gings aber dann los mit Sack und Pack: Zelt, Matten, jede Menge zu essen, ... Das war anscheinend ein bissi zu schwer für unsere Stadträder, denn kurz nach Lyckeby (das gehört noch zu Karlskrona) hatten wir beide schon einen Patschen hinter uns. Davon liessen wir uns aber natürlich nicht bremsen und sind dann brav an der Küste entlang noch an die 40 km geradelt und dann mit einer Fähre auf die kleine Insel Ytteron. Dort haben wir dann am einsamen Südzipfel unser Zelt aufgeschlagen und ich hab das erste Mal hier im baltischen Meer gebadet. Es war natürlich nicht sonderlich warm, aber ich denke mal, ich hab schon kälteres erlebt ... Die Sonne schaffts hier mittlerweile einen wirklich zu erwärmen - es ist zwar nicht brütend heiss, man kann aber dennoch schon im Bikini herumlaufen ohne gleich eine richtige Ganslhaut zu bekommen (die Schweden tun das ja schon seit Wochen ...). Die brütende Hitze in Wiens Innenstadt fehlt mir hier nicht wirklich. Dennoch muss ich sagen, dass es schon schade ist, dass die Sommer hier wies aussieht einfach kürzer sind.

Zurück zur Radltour: das war die erste Nacht im Zelt in Schweden, in der ich nicht in meinen sämtlichen Schichten gefroren habe und dieses Mal waren auch gar nicht so viele Schichten nötig. Unser Zeltausgang hat direkt aufs Meer gezeigt und davor haben sich die Gelsen getummelt. In der Nacht wird es jetzt gar nicht mehr ganz dunkel, vor allem, wenn vor einem das offene Meer liegt.

Die Fortsetzung unserer Radltour am nächsten Tag ging dann in gewohnter Manier weiter: wieder am Festland -> nächsta Potschn!! Das war genau an der Stelle, wo die Touristenboote nach Karlskrona anlegen und das nächste Boot war auch schon in 10 Minuten zu erwarten. Was solls, dann wird aus der Radltour eben eine Bootstour. Denkste! Die haben sich geweigert, uns mit den Rädern mitzunehmen - und das trotz Patschen ... also noch einmal picken und weiter gehts entlang der Küste Richtung Norden fast bis Kristianopel. Wider Erwarten sind wir also den ganzen Sonntag auch noch geradelt ... Natur pur, Meer, ein paar rote Holzhäuser und riesige Granitfelsen ... so siehts aus in Blekinge. Mir fehlen zwar immer noch die Berge - die Landschaft hier mit dem Meer kanns aber auch und die schwedische Sonne hats auch geschafft, dass ich einen Sonnenbrand bekomme - trotz Eincremen ...

So sieht das aus, wenn man mit 2 Rädern aus den 70-ern bzw. 80-ern unterwegs ist. Man kommt vielleicht nicht ganz so weit und muss ein bissi öfter picken, ansonsten fürs Flachland aber bestens geeignet. Im Vergleich zu Österreich fällt mir auf, dass in Schweden bei Weitem nicht so viel Wert auf Sportartikel und Ausrüstung aller Art gelegt wird - am wichtigsten ist wohl immer noch das Haus und ein großer Volvo (VVV -> villa, volvo, vowe (Haus, Volvo, Hund)).

So weit die News aus dem Norden!

Lg Dani