Going North

Jul 2, 2008 at 11:18 o\clock

Es wird wieder ruhiger ...

Hab gerade meine Schwedisch-Pruefung hinter mir. Ich finde, ich bin schon sehr weit gekommen. Meine Kollegen werden noch eine Weile weiterlernen, bis auch sie dann die Pruefung machen. Ich muss dann ja arbeiten. Irgendwie schade - das Studentenleben ist ja schon ein schönes. Ich hab aber die Möglichkeit dann einmal wöchentlich fuer 2,5 Stunden in die Schule zu gehen. Dort geben sie mir dann Anweisungen wie ich weitermachen kann, um den nächsten Level zu erreichen. Ich bin so weit sehr zufrieden. Natuerlich ist es noch ein weiter Weg, aber wenn man bedenkt, dass ich erst 3 Monate da bin und ganz von vorne angefangen habe ... Im Vergleich mit meinen Kollegen im Kurs sieht man wieder einmal: wo ein Wille da ein Weg. Manche sind schon Jahre hier und haben immer noch Schwierigkeiten mit einfacher Kommunikation.

Den restlichen Juli sind Ferien in der Schule. Arbeiten muss ich trotzdem einstweilen nur 40 Prozent und so bleibt ein bisschen Zeit fuer Urlaub. Wir werden, sobald der Sommer hier eintrifft, was hoffentlich bald passiert, an die Westkueste fahren.

Schickt ein bisschen Wärme!!

Dani

Jun 23, 2008 at 22:00 o\clock

Misommar

Letztes Wochenende war Mitsommer und da konnten wir bei einer ganz traditionellen Feier beiwohnen. Wir sind auf eine Insel westlich von Ronneby (Saltärna) gefahren. Johans (Bennys bester Freund) Großmutter wohnt dort und die Inselbewohner und jene, die einmal dort gewohnt haben kommen immer zu Mitsommer zusammen, kleiden sich zum Teil noch traditionell, haben Blumen im Haar und tanzen um die Mitsommerstange. Dazu gibt es jede Menge Essen und Schnaps. Das traditionelle Essen ist Matjessill mit Erdäpfeln, Sauerrahm und Schnittlauch. Wulf und Maria waren auch noch da und Wulf hat eine Menge Fotos gemacht, die er hoffentlich bald online stellt. Wir haben dort gecampt und sind auch so gut wie möglich den Regenschauern entkommen. Das Wetter hier ist momentan leider ganz und gar nicht sommerlich.

Gestern sind wir mit dem Boot raus und ich hab mich auch wieder einmal im Fischen probiert und meinen ersten guten Fang eingebracht: zuerst einen richitg schönen Barsch und dann einen Hecht, der mir einiges an Nerven gekostet hat, weil dieses riesige Ding unters Boot geschwommen ist und sich dann hinter einem Stein versteckt hat und es dann natürlich einiges an Arbeit gekostet hat, ihn herauszuhieven. Benny war hoch erfreut und beeindruckt von meiner Beute!

So weit so gut die News aus dem Norden. Wir erwarten schon unseren nächsten Besuch. Danach wird es hoffentlich ein wenig ruhiger und ich komme wieder mehr zum Schreiben und Skypen.

Machts gut! Dani

Jun 9, 2008 at 19:45 o\clock

Radltour

letztes Wochenende war hier in Schweden also ein verlängertes Wochenende. Der 6. Juni ist Nationalfeiertag. Tja, Petra, wenn du hier wohnen würdest, hättest du immer den Tag nach deinem Geburtstag frei zum Ausschlafen ;)

Wir haben eine drei-tägige Radtour geplant. Aus der wurde dann eine 2-tägige, weil Benny in der Firma eine Nachtschicht und eine Feiertagsschicht einlegen musste. Für mich wurde dann ein entspannender Tag mit am-Meer-entlang-Laufen in der Früh (das geht sich seit ich arbeite und Schwedisch lerne eh viel zu selten aus) und auf Stumholmen in der Sonne liegen und lesen daraus -> gar nicht zu verübeln!

Am Samstag gings aber dann los mit Sack und Pack: Zelt, Matten, jede Menge zu essen, ... Das war anscheinend ein bissi zu schwer für unsere Stadträder, denn kurz nach Lyckeby (das gehört noch zu Karlskrona) hatten wir beide schon einen Patschen hinter uns. Davon liessen wir uns aber natürlich nicht bremsen und sind dann brav an der Küste entlang noch an die 40 km geradelt und dann mit einer Fähre auf die kleine Insel Ytteron. Dort haben wir dann am einsamen Südzipfel unser Zelt aufgeschlagen und ich hab das erste Mal hier im baltischen Meer gebadet. Es war natürlich nicht sonderlich warm, aber ich denke mal, ich hab schon kälteres erlebt ... Die Sonne schaffts hier mittlerweile einen wirklich zu erwärmen - es ist zwar nicht brütend heiss, man kann aber dennoch schon im Bikini herumlaufen ohne gleich eine richtige Ganslhaut zu bekommen (die Schweden tun das ja schon seit Wochen ...). Die brütende Hitze in Wiens Innenstadt fehlt mir hier nicht wirklich. Dennoch muss ich sagen, dass es schon schade ist, dass die Sommer hier wies aussieht einfach kürzer sind.

Zurück zur Radltour: das war die erste Nacht im Zelt in Schweden, in der ich nicht in meinen sämtlichen Schichten gefroren habe und dieses Mal waren auch gar nicht so viele Schichten nötig. Unser Zeltausgang hat direkt aufs Meer gezeigt und davor haben sich die Gelsen getummelt. In der Nacht wird es jetzt gar nicht mehr ganz dunkel, vor allem, wenn vor einem das offene Meer liegt.

Die Fortsetzung unserer Radltour am nächsten Tag ging dann in gewohnter Manier weiter: wieder am Festland -> nächsta Potschn!! Das war genau an der Stelle, wo die Touristenboote nach Karlskrona anlegen und das nächste Boot war auch schon in 10 Minuten zu erwarten. Was solls, dann wird aus der Radltour eben eine Bootstour. Denkste! Die haben sich geweigert, uns mit den Rädern mitzunehmen - und das trotz Patschen ... also noch einmal picken und weiter gehts entlang der Küste Richtung Norden fast bis Kristianopel. Wider Erwarten sind wir also den ganzen Sonntag auch noch geradelt ... Natur pur, Meer, ein paar rote Holzhäuser und riesige Granitfelsen ... so siehts aus in Blekinge. Mir fehlen zwar immer noch die Berge - die Landschaft hier mit dem Meer kanns aber auch und die schwedische Sonne hats auch geschafft, dass ich einen Sonnenbrand bekomme - trotz Eincremen ...

So sieht das aus, wenn man mit 2 Rädern aus den 70-ern bzw. 80-ern unterwegs ist. Man kommt vielleicht nicht ganz so weit und muss ein bissi öfter picken, ansonsten fürs Flachland aber bestens geeignet. Im Vergleich zu Österreich fällt mir auf, dass in Schweden bei Weitem nicht so viel Wert auf Sportartikel und Ausrüstung aller Art gelegt wird - am wichtigsten ist wohl immer noch das Haus und ein großer Volvo (VVV -> villa, volvo, vowe (Haus, Volvo, Hund)).

So weit die News aus dem Norden!

Lg Dani

Jun 2, 2008 at 22:15 o\clock

Überlebenstraining im Wald

Letzte Woche waren also Petra und Michi da - am Samstag haben wir sie von Karlshamn abgeholt und, wie mit meinen Eltern schon, einen Ausflug entlang der Küste mit ihnen gemacht. Am Sonntag war hier Muttertag und während wir bei Bennys Mama waren, waren die beiden in Ronneby am Flohmarkt. Wir haben sie dann wieder aufgegabelt und sind mit dem Boot ausgefahren und haben natürlich gefischt. Michi kann sich jetzt auch unter die 'Ich hatte einen Fisch an der Angel'-Menschen zählen. Bei Petra wissen wir das nicht so genau - sie war einmal sehr aufgeregt - als die Schnur dann aber aus dem Wasser kam, war sie leer ... Wir haben auch die Grillsaison hier mit den beiden und unserem neuen portablen Griller eröffnet - es war zwar noch etwas kühl, aber mit 3 Jacken haben wir es dann doch eine Weile draussen auf Stumholmen ausgehalten. Ich denke mal, den beiden hats gefallen. Seit Mittwoch waren wir dann wieder allein.

Ich bin am Freitag von Capgemini aus auf zum Camping an einem See im Wald in der Nähe von Linköping gefahren. 220 Leute von Capgemini Schweden sind dort von allen Richtungen zusammen gekommen und am Abend hat eine Band gespielt (natürlich typisch schwedischer Cover-Kommerz) und es gab ein gutes Buffet und Bier und Wein etc. Das war eine nette Gelegenheit, ein paar meiner Kollegen hier in Karlskrona kennenzulernen und ich muss sagen, ich hab wieder mal Glück! Unser Ober-Ober-Chef von Kalmar (über 60) und mein Chef und alle, ob hohes Vieh oder nicht, haben sich auf der Tanzfläche herumgetrieben und das war wirklich eine neue, witzige Erfahrung. In dieser Hinsicht sind die Schweden doch sehr entspannt - die 'scheissn' si einfoch ned so vü!

Das wars aber schon mit den netten Erfahrungen an diesem WE - den Rest hätte ich mir lieber erspart. Von der Beschreibung her hat alles recht gut geklungen - die Umsetzung war aber dann so überhauot nicht meins und viele waren meiner Meinung. Ich weiss nicht, wer für diesen Schmarrn verantwortlich war, aber da ist ein Schuß gehörig nach hinten los gegangen. Am Samstag morgen hatten wir nach einem Frühstück 3 Stunden Talk, was ok war, denn der Redner aus Holland war wirklich gut. Dann Mittagessen und dann kams: Überlebenstraining im schwedischen Wald! Wir lernten Feuer zu machen und dies und jenes, was die Guides glaubten, dass es wichtig sei, zu wissen. Leider sprachen sie nur Schwedisch und so hab ich vielleicht interessante Details nicht so ganz mitbekommen, aber der Rest war einfach zu extrem. Wir durften nur eine Decke mitbringen, mussten uns dann selber einen Unterschlupf für die Nacht bauen (und die war eiskalt wie die letzte schon, in der ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich überhaupt geschlafen habe), bekamen kein Essen ausser Löwenzahnwurzeln, die wir uns suchten und abkochten und Latschennadeltee, den wir uns natürlich selber brauen mussten. Wasser mussten wir uns abkochen, um es trinken zu können, etc. Das ganze war eher ungemütlich, wie man sich vorstellen kann und anstatt gemütlich am Lagerfeuer zu sitzen und zu grillen, gab es lange Gesichter. Das ganze war aber eigentlich absolut künstlich - denn unser Nachtlager war eine Stunde Fussweg von unserem Camp, wo sie einen Arzt und 2 Krankenschwestern stationiert hatten. Wir bekamen Stahl zum Feuermachen - da hätten wir auch gleich Streichhölzer mitnehmen können. Wir sind den ganzen Tag ziemlich im Kreis herummarschiert, um zum Camp zu kommen. Einen Kilometer vor dem Camp haben sie und netterweise einen 30-Liter-Kanister Wasser hingestellt, den wir dann den ganzen Weg bergauf schleppen mussten, obwohl sie ihn genau so gut bis 200 Meter vor dem Camp fahren hätten können und so weiter und so fort - ich könnte glaub ich noch eine Seite mit Sch.. füllen ... Gott sei Dank war das Wetter traumhaft schön, sonst wärs die Hölle gewesen!!

Trotzdem ist es ewig schade, um dieses We. Wir waren an einem traumhaften Platz, das Wetter war traumhaft, die Leute wirkten wirklich nett. Da gehört eigentlich nicht viel dazu, eine tolle Zeit zu haben. 30 Leute die rundum die Uhr gearbeitet haben und wahrscheinlich ziemlich abkassiert haben, haben es geschafft, das alles zu vermiesen ... wie auch immer ...

Ich war dann soo froh, nach 4,5 Stunden Rückreise wieder in Karlskrona zu sein. So schön wars noch nie für mich, die ersten Vorboten der Stadt zu sehen ;)

So weit die News aus Schweden - heute kann ich schon über den ganzen Schas lachen und wer weiss - vielleicht verirr ich mich mal im Wald und irre tagelang herum. Dann freu ich mich vielleicht, dass ich weiss, dass ich meinen Vitamin-B-Bedarf mit Nadeltee, den man aber mindestens 20 Minuten kochen muss, abdecken kann, dass ich weiss, wie man Feuer macht, dass ich weiss, dass Schlaf fast genau so wichtig ist wie Wasser, dass ich weiss, welche Notsignale zu machen sind, wie ich eine Bahre bastle, wie man am besten bei 5 Grad draussen schläft - wie ich einen Hasen erlege, muss ich dann aber immer noch selber herausfinden, denn von Löwenzahnwurzeln werde ich glaub ich nicht satt ...

Ansonsten alles besten hier ;)

Dani

Jun 2, 2008 at 14:39 o\clock

Sorry!!

Hab gerade bemerkt, dass mein Eintrag von letzter Woche verloren gegangen ist ... :(

Ich weiss eigentlich eh, dass blogigo da nicht ganz so zuverlässig ist und normalerweise kontrolliere ich auch immer, aber letzte Woche war ich ein bissi gestresst und da haben wirs auch schon ...

werd so bald wie möglich ausfuehrlich berichten, was sich hier in letzter Zeit so getan hat!! Versprochen!!

Dani