Letzte Woche waren also Petra und Michi da - am Samstag haben wir sie von Karlshamn abgeholt und, wie mit meinen Eltern schon, einen Ausflug entlang der Küste mit ihnen gemacht. Am Sonntag war hier Muttertag und während wir bei Bennys Mama waren, waren die beiden in Ronneby am Flohmarkt. Wir haben sie dann wieder aufgegabelt und sind mit dem Boot ausgefahren und haben natürlich gefischt. Michi kann sich jetzt auch unter die 'Ich hatte einen Fisch an der Angel'-Menschen zählen. Bei Petra wissen wir das nicht so genau - sie war einmal sehr aufgeregt - als die Schnur dann aber aus dem Wasser kam, war sie leer ... Wir haben auch die Grillsaison hier mit den beiden und unserem neuen portablen Griller eröffnet - es war zwar noch etwas kühl, aber mit 3 Jacken haben wir es dann doch eine Weile draussen auf Stumholmen ausgehalten. Ich denke mal, den beiden hats gefallen. Seit Mittwoch waren wir dann wieder allein.
Ich bin am Freitag von Capgemini aus auf zum Camping an einem See im Wald in der Nähe von Linköping gefahren. 220 Leute von Capgemini Schweden sind dort von allen Richtungen zusammen gekommen und am Abend hat eine Band gespielt (natürlich typisch schwedischer Cover-Kommerz) und es gab ein gutes Buffet und Bier und Wein etc. Das war eine nette Gelegenheit, ein paar meiner Kollegen hier in Karlskrona kennenzulernen und ich muss sagen, ich hab wieder mal Glück! Unser Ober-Ober-Chef von Kalmar (über 60) und mein Chef und alle, ob hohes Vieh oder nicht, haben sich auf der Tanzfläche herumgetrieben und das war wirklich eine neue, witzige Erfahrung. In dieser Hinsicht sind die Schweden doch sehr entspannt - die 'scheissn' si einfoch ned so vü!
Das wars aber schon mit den netten Erfahrungen an diesem WE - den Rest hätte ich mir lieber erspart. Von der Beschreibung her hat alles recht gut geklungen - die Umsetzung war aber dann so überhauot nicht meins und viele waren meiner Meinung. Ich weiss nicht, wer für diesen Schmarrn verantwortlich war, aber da ist ein Schuß gehörig nach hinten los gegangen. Am Samstag morgen hatten wir nach einem Frühstück 3 Stunden Talk, was ok war, denn der Redner aus Holland war wirklich gut. Dann Mittagessen und dann kams: Überlebenstraining im schwedischen Wald! Wir lernten Feuer zu machen und dies und jenes, was die Guides glaubten, dass es wichtig sei, zu wissen. Leider sprachen sie nur Schwedisch und so hab ich vielleicht interessante Details nicht so ganz mitbekommen, aber der Rest war einfach zu extrem. Wir durften nur eine Decke mitbringen, mussten uns dann selber einen Unterschlupf für die Nacht bauen (und die war eiskalt wie die letzte schon, in der ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich überhaupt geschlafen habe), bekamen kein Essen ausser Löwenzahnwurzeln, die wir uns suchten und abkochten und Latschennadeltee, den wir uns natürlich selber brauen mussten. Wasser mussten wir uns abkochen, um es trinken zu können, etc. Das ganze war eher ungemütlich, wie man sich vorstellen kann und anstatt gemütlich am Lagerfeuer zu sitzen und zu grillen, gab es lange Gesichter. Das ganze war aber eigentlich absolut künstlich - denn unser Nachtlager war eine Stunde Fussweg von unserem Camp, wo sie einen Arzt und 2 Krankenschwestern stationiert hatten. Wir bekamen Stahl zum Feuermachen - da hätten wir auch gleich Streichhölzer mitnehmen können. Wir sind den ganzen Tag ziemlich im Kreis herummarschiert, um zum Camp zu kommen. Einen Kilometer vor dem Camp haben sie und netterweise einen 30-Liter-Kanister Wasser hingestellt, den wir dann den ganzen Weg bergauf schleppen mussten, obwohl sie ihn genau so gut bis 200 Meter vor dem Camp fahren hätten können und so weiter und so fort - ich könnte glaub ich noch eine Seite mit Sch.. füllen ... Gott sei Dank war das Wetter traumhaft schön, sonst wärs die Hölle gewesen!!
Trotzdem ist es ewig schade, um dieses We. Wir waren an einem traumhaften Platz, das Wetter war traumhaft, die Leute wirkten wirklich nett. Da gehört eigentlich nicht viel dazu, eine tolle Zeit zu haben. 30 Leute die rundum die Uhr gearbeitet haben und wahrscheinlich ziemlich abkassiert haben, haben es geschafft, das alles zu vermiesen ... wie auch immer ...
Ich war dann soo froh, nach 4,5 Stunden Rückreise wieder in Karlskrona zu sein. So schön wars noch nie für mich, die ersten Vorboten der Stadt zu sehen ;)
So weit die News aus Schweden - heute kann ich schon über den ganzen Schas lachen und wer weiss - vielleicht verirr ich mich mal im Wald und irre tagelang herum. Dann freu ich mich vielleicht, dass ich weiss, dass ich meinen Vitamin-B-Bedarf mit Nadeltee, den man aber mindestens 20 Minuten kochen muss, abdecken kann, dass ich weiss, wie man Feuer macht, dass ich weiss, dass Schlaf fast genau so wichtig ist wie Wasser, dass ich weiss, welche Notsignale zu machen sind, wie ich eine Bahre bastle, wie man am besten bei 5 Grad draussen schläft - wie ich einen Hasen erlege, muss ich dann aber immer noch selber herausfinden, denn von Löwenzahnwurzeln werde ich glaub ich nicht satt ...
Ansonsten alles besten hier ;)
Dani