C'est Contre Nature

22.08.2007 um 17:20 Uhr

Der Uhrmacher

von: Nyir   Stichwörter: Gedanken, Gott, Menschheit, Stellenwert, der, Menschen

Stimmung: nachdenklich

So, ich kann es nicht lassen. Hier schon mein nächster Blogeintrag.

Gestern war ich unglaublich wütend auf mich und auf die Menschheit. Ich bin dann um 18 Uhr in die Kirche gegangen...ich konnte gar nicht anders.
Ich habe Gott dort einfach Fragen gestellt und ihm Vorwürfe gemacht. Ich habe Antworten erhalten...in meinem Herzen. Und dafür bin ich erstmals sehr dankbar.

Im Laufe des Abends schaffte ich es dann, die Energie meiner Wut in Nachdenken umzuwandeln. Ich habe dabei versucht, die Gottes Gedanken zu verstehen...ob es mir gelungen ist, weiß ich nicht.
Ich dachte darüber nach, warum die Menschen sich immer wieder Idole suchen. Und wonach sie dabei suchen.
Was macht das für einen Sinn z.B. Brad Pitt nachzuschwärmen, Poster aufzuhängen, jeden Film mit ihm zu kaufen und so weiter.
Oder wenn die jungen Mädchen reihenweise in Ohnmacht fallen, wenn sie auf einem Tokio Hotel Konzert sind. "Aaaachhh...Bill hat mich angeguckt" *umfall*.
Warum diese Schwärmerei unter den Menschen?
Ich habe es mir abgewöhnt einen anderen Menschen zu verehren...es war nicht leicht, aber ich wollte es so und deshalb habe ich es auch geschafft.
Man kann meiner Meinung nach einen Menschen lieben und achten, aber nicht verehren.
Wer sich jetzt denkt, ich wäre konservativ oder eingebildet, soll sich jetzt bitte das kommende Beispiel durchlesen, das mir gestern eingefallen ist:

Man stelle sich einen Uhrmacher vor. Dieser Uhrmacher fertigt eine Uhr an, aber es ist keine gewöhnliche Uhr. Denn zu jeder vollen Stunde spielt sie eine kleine Melodie...es ist eine sehr schöne Melodie und man würde ihr wohl gerne zuhören.
Meine Frage lautet nun: Sollte man als Mensch nun die Uhr verehren, weil sie diese tolle Melodie spielen kann oder sollte man vielleicht doch den Uhrmacher verehren, da er die Uhr gemacht und ihr die Eigenschaft des Melodie-Spielens gegeben hat?

Ich glaube viele werden jetzt sagen: Den Uhrmacher natürlich. Die Uhr existiert ja nicht aus sich selbst und hat das Melodie-Spielen ja nicht von selbst erlernt.
Man übertrage dieses Beispiel nun in die heutige Welt.
Den Uhrmacher setze ich mit Gott gleich, die Uhr - meinetwegen - mit Celine Dion und die Melodie mit ihrem Gesangstalent.
Das alles lässt sich natürlich auch auf jeden anderen Menschen übertragen, denn jeder Mensch hat mindestens ein Talent.

Ich habe mir gestern auch noch Gedanken darüber gemacht, warum die Menschen manch anderen Menschen einen höheren Wert verpassen. Ist denn das Leben eines George Bush mehr wert, als das meine? Sicherlich nicht, oder? Und dennoch bin nicht ich diejenige, die von unzähligen Bodyguards (die übrigens ihr eigenes Leben für das von George Bush geben würden) bewacht und beschützt wird...
Das erscheint mir irgendwie sehr grotesk und absolut falsch. Auch wenn George Bush den Schutz vermutlich viel nötiger hat als ich. :oP Aber das hat hiermit nichts zu tun, da es hier nur um das Prinzip geht.
Mich beschäftigt auch, dass behinderte Menschen (egal ob geistig oder körperllich) oft auf Verachtung, Angst oder abwertendes Verhalten stoßen müssen. An die vielen Abtreibungen angeblich (!) behinderter Kinder gar nicht mal zu denken.
Oder wenn ich da an Rassismus denke. Wie kommt ein Mensch auf die Idee einen anderen Menschen wegen seiner Hautfarbe zu verachten? Ist das nicht lächerlich, wenn man genauer darüber nachdenkt?
Ich denke, da spricht die pure Angst aus einem Menschen, wenn er einen Menschen, der anders ist, verachtet. Angst vor dem fremden Äußeren...aber bestehen wir denn nicht alles aus denselben Organen, aus Knochen, Knorpel und Blut? Haben wir nicht alle Gedanken und Gefühle?
Ich möchte hier wieder das Beispiel mit dem Uhrmacher verwenden:

Der Uhrmacher hat sein ganzes Haus voll mit seinen handgefertigten Uhren. Die einen haben ein Gehäuse aus dunklem Holz, die anderen aus hellem. Die einen haben Goldzeiger, die anderen einfache Messingzeiger. Die einen haben in ihrem Inneren Plastikzahnrädchen, die anderen starke Eisenzahnrädchen.
Manche unter ihnen sind asymmetrisch und wirken unter den vielen schönen Uhren wie Fehler. Aber das sind sie nicht. Sie wurden nämlich absichtlich so gefertigt, sonst würden sie wohl auch nicht im Haus des Uhrmachers stehen, sondern in seinem Abfall landen.
Es passiert nur leider häufig, dass die schönen Uhren die asymmetrischen Uhren stoßen, sodass sie zu Boden fallen und kaputt gehen.

Und trotzdem: Man sieht, es kommt gar nicht darauf an, wie die Uhren außen oder innen aussehen. Denn sie stehen ALLE im Haus des Uhrmachers, was bedeutet, dass ihm jede gleich viel wert ist. Und warum? Weil seine Arbeit und seine Liebe darin stecken. Er hat sich bei jeder Uhr etwas gedacht...und hat sie nach seinen Vorstellungen angefertigt. Er hat sich bei jeder Mühe gegeben und mit Liebe daran gearbeitet. In seinen Augen ist JEDE Uhr perfekt....und in unseren Augen?

22.08.2007 um 12:30 Uhr

C'est moi - das bin ich

von: Nyir

Stimmung: neutral

Ich hab nun meinen ersten Blog-Eintrag gelöscht, weil ich mir letzte Nacht gedacht habe, ich sollte mich im ersten Eintrag vielleicht erstmals vorstellen.

Mein Name ist Magdalena, ich bin 18 Jahre alt und gehe noch zur Schule.
Ich bin Katholikin und lebe meinen Glauben auch aus. Aber ich bin auch Philosophin, das heißt, ich glaube nicht einfach, sondern denke über die Dinge nach, die die Kirche von sich gibt und die in der Bibel stehen.
Es ist mir nicht möglich, etwas einfach so hinzunehmen, wie es ist.
Ich glaube nicht blind, ich mache mir selbst ein Bild von allem und entscheide für mich selbst, ob ich dann für eine Sache bin oder nicht.
Ich liebe die Natur und vor allem die Tiere über alles. Ich bin auch sehr für Naturschutz und gegen Tierquälerei (das schließt Tierversuche mit ein!). Ich hab auch die kleine Macke, dass ich dort, wo Tiere sind, immer darauf achte, ob sie artgerecht gehalten werden. Auf diesem Gebiet kann ich auch mal ganz schön streng und neurotisch sein, aber es hat ja jeder Mensch so seine kleinen Fehlerchen. :o)

Vielleicht fragen sich jetzt einige, was mir einfällt, mich selbst als Philosophin zu bezeichnen, wo ich doch erst 18 Jahre alt bin, noch nicht mal die Matura gemacht und kein Philosophiestudium absolviert habe.
Meine Antwort darauf lautet: Philosophie kommt aus dem Herzen. Man wird als Philosoph/in geboren, man kann es nicht erlernen.
Man kann bei einem Studium die Theorie lernen, man kann versuchen diese praktisch anzuwenden. Aber philosophieren bedeutet für mich nicht, dass man erlernte Philosophie weiterpredigt.
Philosophieren bedeutet für mich, dass man selbst auf philosophische Gedanken kommt und das unabhängig von den Lehren von Sokrates, Platon, Aristoteles, Plotin, Descartes, Locke oder Hume (und wen es da noch so gibt). Was natürlich nicht bedeutet, dass man Ähnlichkeiten oder Übereinstimmungen mit anderen Philosophen/innen haben kann.
Aber wer nur das weitergibt, was er im Schulfach "Philosophie" oder während eines Philosophiestudiums erlernt hat und vielleicht sogar noch damit prahlt, ist kein wahrer Philosoph, wenn er zusätzlich nicht selbst denkt. Zumindest ist das meine Meinung.

Aber weiter zur mir selbst, ich drifte nämlich schon wieder ab. Ich wollte mich und meine Person ja eigentlich ein bisschen vorstellen:
Obwohl ich ein sehr misstrauischer und zurückhaltender Mensch bin, so sind doch Emotionen und andere Menschen das wichtigste für mich.
Ohne Emotionen könnte ich nicht leben. Sie durchfließen meinen Körper und meine Seele wie ein Fluss warmen Wassers.
Ich glaube auch, dass ich Emotionen einen sehr viel höheren Stellenwert gebe, als andere Menschen. Es ist, als würde ich auf einer anderen Ebene fühlen, ich kann das nicht mit Worten beschreiben.
Und wenn ich nun sage, dass ich manchmal sogar die Gefühle anderer Menschen leibhaftig fühlen kann, werden wohl viele den Kopf schütteln und meinen Blog in Zukunft meiden.
Ich habe am Anfang auch gedacht, dass sowas ja niemals möglich sein kann...bis ich es selbst erleben durfte.
Man steht plötzlich einem Menschen gegenüber, sieht ihn und auf einmal beginnt alles um einen herum zu fließen. Was fließt sind die Emotionen...genauer kann ich das nicht beschreiben. Um das wirklich zu begreifen, muss man es selbst gefühlt haben.
Man sieht also: Gefühle und Emotionen sind für mich sehr sehr wichtig;

Ansonsten...was gibt es sonst noch zu sagen? Ach...ich mach einfach noch einen kleinen Steckbrief zum Schluss, sonst wird das hier sowieso zu kompliziert. :o)

STECKBRIEF:
Name: Magdalena
Geburtstag: 27. Oktober 1988
Sternzeichen: Skorpion
Familienstand: ledig/single
Geschwister: keine
Berufswunsch: Hebamme oder Zoologin

Likes: Natur, Tiere, nachdenken, Computergraphik, Zeichnen, Musik (!)
Dislikes: Oberflächlichkeit,...meine eigene und die der anderen Menschen
Lieblingsfilm: hab ich keinen, aber ich mag vor allem Filme mit wahrem Hintergrund bzw. realistischem Inhalt
Lieblingsschauspieler/in: hab ich keine/n
Lieblingsserien: ER, Desperate Housewives,...
Lieblingssänger/in: Celine Dion (schon seit meinem 8. Lebensjahr)
Lieblingslied: hab ich im Moment keines
Lieblingsbuch: Sofies Welt (von Jostein Gaarder)
Lieblingstier: ich liebe ALLE Tiere...unglaublich, aber wahr