Christian_goes_Brisbane

29.07.2007 um 01:13 Uhr

Wohnungssuche

Die erste Woche in Brisbane ist geprägt durch die Wohnungssuche. Am Montagvormittag haben wir eine kurze Begrüßung und Einweisung von der Uni, in der uns in aller Kürze die wichtigsten Dinge erklärt werden. Normalerweise finden zwei Wochen vorher jeden Tag Vorlesungen zu allen Belangen der Uni statt. Für die paar Studenten die später kommen wird University of Queensland St Luciadas Wichtigste in einem Tag zusammengefaßt. Für uns interessant, wie finde ich eine Wohnung. Die Uni stellt dazu eine recht gute Internetplattform zur Verfügung, in der recht detailliert nach einer Bleibe gesucht werden kann. Da wir nur für vier Tage unser Zimmer im Hostel gebucht haben, machen wir uns sofort auf die Suche. Die Datenbank scheint recht ergiebig zu sein, und ich mache gleich für Dienstag zwei Termine zum Besichtigen aus. Doch leider stellt sich die gesamte Wohnungssuche als ein ziemlicher Horror heraus. Die erste Wohnung die ich mir angeschaut habe, hatte zwischen den Zimmern keine Türen sondern einfache Decken die davor gehangen wurden. Zudem war sie unglaublich Dreckig und verkeimt. Kein Platz zum wohlfühlen oder für die nächsten 4 Monate zum Leben. In der nächsten Wohnung hatte ein Chinese seine Massagepraxis mitten im Wohnzimmer. Dann habe ich endlich mal Glück und finde eine super Wohnung zusammen mit einem Australier direkt am Fluß. Im Haus gibt es eine Sauna, einen Swimmingpool und mehrere BBQ-Plätze. Perfekt. Leider hat sich noch ein anderes Mädchen für das Zimmer beworben und da sie es für ein halbes Jahr nehmen wollte bekommt sie den Vorzug. Das nächste Zimmer welches ich besichtige ist nur 5 min zu Fuß entfernt von der Uni. Ein ziemlich cooles gemütliches Haus. Aber mit dem Vermieter hat es überhaupt nicht gepaßt. Ein 50 jähriger Schwuler, der mir absolut unsympathisch war. Da die anderen bisher auch nichts gefunden haben, allerdings auf einer Suche nach einem Haus zusammen mit zwei Spanierinnen die wir im Hostel kennengelernt haben, verlängern wir unseren Aufenthalt im Unser neues zu HauseHostel nun schon zum zweiten Mal. Die größte Hürde bei der Wohnungssuche ist, daß wir nur einen Platz für 4 Monate brauchen. Da ist fast niemand bereit etwas zu vermieten, da es fast unmöglich ist über Weihnachten hinweg wieder jemanden zu finden. So langsam sehe ich mich hier unter irgendeiner Brücke leben, da wir unser Zimmer auch nicht mehr verlängern können, da es schon jemand reserviert hatte. Aufgrund der letzten Besichtigungen präzisiere ich meine Suche immer weiter und nutze auch noch andere Plattformen. Es ist Freitag und ich habe nur einen Termin heute bekommen. Das Zimmer ist ziemlich perfekt. Da die eine Mitbewohnerin noch nicht da ist, bitten sie mich, mich am nächsten Tag noch mal zu melden. Doch in der Früh bekomme ich eine Email, daß das Zimmer schon belegt ist. Wie sich im Nachhinein herausstellt, ist dort ein Norweger eingezogen, der nach einer Nacht auch schon wieder ausgezogen ist. Da ich mittlerweile Panik habe und die anderen für ihr Haus noch einen Mitbewohner suchen, sage ich zu und wir ziehen in ein altes Queensländer Haus.

Neben der Wohnungssuche geht der Unibetrieb schon voll an. Es stellt sich heraus, daß man den Vorlesungen doch recht gut folgen kann. Ich belege vier Kurse, die alle in Deutschland anerkannt werden. Australian Marine Environment, Introduction to Marketing, Space & Engine Design und Engineering Thermodynamics. Da es gleich zu Beginn der Woche eine Terminverschiebung des Thermodynamikkurses gibt, muß ich leider den Marinekurs abwählen, da ich von drei Vorlesungen nur eine hätte da sein können. Durch die ganze Wohnungssucherei können wir noch nicht anfangen irgendwas für die Uni zu machen, zudem ist der Internetzugang Andi, Marta, Tom, Nazzaret und ichauf nur 150 MB Downloadrate im Monat beschränkt. Wie studieren die hier an der Uni? Später stellt sich heraus, daß man gegen eine Gebühr zusätzliche Downloadmengen kaufen kann.

Wir sind froh als die Woche endlich zu Ende ging und wir in unser Haus einziehen können. Da es nur drei Schlafzimmer gibt, teile ich mir mit Andi ein Zimmer. Tom und Nazzareth, unsere spanische Mitbewohnerin, haben jeweils ihr eigenes Zimmer. Der Sonntagabend klingt bei einem gemütlichen Zusammensitzen, Bier und Spaghetti mit einigen Leuten (Jesse, Jan, Christian, Marta, Ilia und Carsten) die wir hier bisher kennengelernt haben aus.


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